Offene Türen der Herzen
Ökumenischer Adventsgottesdienst der Eduard-Orth-Schule
Traditionell feierten die
Schüler aller 2. Klassen der Eduard-Orth-Schule Germersheim ihren gemeinsamen
Adventsgottesdienst in der protestantischen Versöhnungskirche. Nach einem
ungemütlichen Spaziergang bei starkem Dauerregen waren die Kinder froh, sich in
dem wohlig temperierten und adventlich geschmückten Gotteshaus aufwärmen und auf
das Ereignis vorbereiten zu können, gibt es doch für die meisten Kinder viel
Neues zu entdecken. Die Feier begann mit einem teils schwungvollen teils
meditativen Gitarrenintro durch Herrn Schaaf von der evangelischen
Kirchengemeinde, der auch alle weiteren Lieder gekonnt begleitete. Dekan Dr.
Müller hieß die Kinder herzlich willkommen und sprach mit ihnen über die
Bedeutung des Advents als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, bevor gemeinsam
die ersten beiden Strophen des bekannten Liedes „Wir sagen euch an den lieben
Advent“ erklangen. Zu den Strophen passend zündete die Religionslehrerin
Eva-Maria Denig Kerzen auf dem Kranz in der Kirche an. Kinder aus ihrer
Religionsgruppe zeigten anhand von Wortkarten, welche Türen wir in unserem
Tagesablauf öffnen und schließen, ohne uns darüber Gedanken zu machen. Diese
Namensschilder wurden an die beiden Türflügel eines Bildes geheftet. Wenn wir
diese Türen für unsere Mitmenschen aufschließen, öffnet sich auch unsere
Herzenstür. In Form eines Herzens heftete ein Schüler diese Karte in das Haus,
nachdem zuvor die Türflügel aufgeklappt wurden. Leider blieben für Jesus
unmittelbar vor seiner Geburt die Türen der Herbergen verschlossen, so dass er
nur Platz in einem Stall fand. Die Weihnachtsgeschichte in kindgemäßer Form las
die Klassenlehrerin, Frau Landgraf, vor. Dekan Müller erzählte den Kindern, dass
nach Jesus, der stets ein offenes Herz gerade für Kranke, Arme und abseits
stehende Menschen hatte, auch rund 300 Jahre später der Bischof Nikolaus
aus Myra, dessen Gedenktag gerade am Tag
vorher gefeiert wurde, sich um bedürftige Leute kümmerte und ihnen heimlich
Hilfe zukommen ließ. Auch wir Menschen heute sollen unsere Herzen und Ohren
offen haben für die Nöte anderer. Die Schüler der Religionsgruppe von Frau
Bousonville trugen den Gottesdienstbesuchern vor, in welcher Form sie die Türen
ihrer Herzen öffnen wollen. Jeder ihrer lobenswerten Vorsätze wurde durch den
gemeinsamen Gesang der Liedzeile „Macht hoch die Tür, das Tor macht weit“
unterstrichen. Anmutig mit Kerzen in den Händen schritten die Religionskinder
von Frau Seelinger zu der Gitarrenimprovisation des Liedes „Mache dich auf und
werde Licht“, das im Anschuss gesungen wurde, um den Altar. Nicht fehlen in
einem Gottesdienst dürfen das „Vaterunser“, das die Religionsgruppen gut
eingeübt hatten und der Segen, den Dekan Müller in „Mitmachform“ spendete. Nach
dem Dank der Organisatorin, Frau Denig, an Dr. Müller, Herrn Schaaf, die
beteiligten Kolleginnen und vor allem an die Kinder gab es für alle Besucher
dieses besinnlichen Adventsgottesdienstes ein Schokoladestückchen aus
Adventskalendern. Nach dem Lied „Macht die Türen auf“ ging es für Kinder und
Lehrer durch den Dauerregen zurück zur Schule, wo sie hoffentlich mit weiten
Herzen ein wenig Licht in den Alltag bringen. Neben Eltern mitwirkender Schüler
besuchten erstmals auch türkische Mütter – angeregt durch das türkische
Elterncafe’ – mit Interesse diese Adventsfeier, an der ebenfalls und das schon
seit langem Kinder anderer Konfessionen teilnahmen.
