Wäldern und Wiesen auf der Spur

Projektwoche an der Eduard-Orth-Schule

 

Zwei Wochen nach dem 21.03.2011, dem „Internationalen Tag des Baumes“, an dem in Deutschland das „Internationale Jahr der Wälder“ eröffnet wurde, begannen die Grundschüler, sich mit diesem Kulturerbe auseinanderzusetzen. Im Rahmen einer Projektwoche, die unter dem Motto „Wald und Wiesen unserer Erde“ stand, beschäftigten sich die Kinder klassenstufenweise in den unterschiedlichsten Projekten, die ihre Lehrer zu diesem Themenkomplex ausgearbeitet hatten. So gab es Waldwichtel, -forscher, -künstler, Papierschöpfer sowie angehende Experten für Schnecken, Waldbienen und Regenwald. Waldköche durften ebenso wenig fehlen wie Landschaftsarchitekten und Gärtner. Große Mühe gab sich eine Gruppe Drittklässer das - durch Renovierungsarbeiten am Schulhaus bedingt – in Vergessenheit geratene und dadurch vernachlässigte Rasenstück vor dem Lehrerparkplatz in Form zu bringen. Die Wiese wurde gemäht und vertikutiert, Sträucher und Blumen wurden gepflanzt. Aber auch Nistkästen wurden aufgehängt und ein „Bienenhotel“ der Bienenprojektgruppe aufgestellt. Gestalterisch betätigten sich auch Zweitklässer, die im „ Wäldchen“ hinter der Schule einen gut gelungenen Barfußpfad errichteten, der gerade bei dem wunderschönen Wetter zurzeit viele Schüler animiert, ihre Schuhe auszuziehen und ihren Füßen Gutes zu gönnen sowie neue Körpererfahrungen zu gewinnen. Musikalisch-tänzerisch tätig waren Kinder der zweiten Klassen, die sich zum Ziel setzten, im Laufe der Woche eine Aufführung der „Vogelhochzeit“ umzusetzen,  was sie am Samstag, dem Präsentationstag,  vor ihren Eltern und Besuchern gekonnt unter Beweis stellten. Eine Hommage an den Kuckuck mit Instrumentarium und Gesang bot eine andere Gruppe unter der altbewährten Leitung der pensionierten Lehrerin H. Thuro, die kurzfristig für eine erkrankte ehemalige Kollegin dankenswerterweise einsprang. Eine Klanggeschichte mit „Waldgeräuschen“ wurde zudem dargeboten. Neben diesen Aufführungen in den Klassensälen begeisterte die türkische Folklore-AG die zahlreich erschienenen Besucher am Präsentationstag auf der Schulhofinsel mit einigen flotten Tänzchen passend zu den vielfältigen türkischen Gerichten, die mit einem frisch zubereiteten Tee aus dem Samowar in der Aula genossen werden konnten. Dass die leckeren Kuchen schon eine Stunde vor Beendigung der Feier aufgegessen waren, tat der Freude keinen Abbruch und zeigte, wie viele Angehörige die Gelegenheit wahrnahmen, sich die kleinen Kunstwerke der Grundschüler anzusehen. Da gab es aus Gegenständen, die die Kinder bei Ausflügen in den Bellheimer Wald gesammelt hatten, liebevoll gestaltete Waldwichtel, Gnome, Tiere, Pflanzen,  Kreativkreationen, Bilderrahmen, Holzklapper und sogar Lampen zu bestaunen. Zu bestaunen gab es auch die bemerkenswerten Landschaftsreliefs, die von kleinen Künstlern mit viel    Hingabe und Blick auf die kleinsten Details geschaffen wurden. Dass aus Bäumen nicht nur Möbel, sondern auch Papier hergestellt wird, erlebten Viertklässer, die in die Verfahrensweise des Papierschöpfens eingewiesen wurden und selbst Papier herstellten, das sie zur Ausstellung mit bunten Ornamenten verzierten. Zum gemeinsamen Spiel entwarfen Kinder ein Waldmemory sowie Hör- und Fühlboxen. Alkoholfreie Drinks mixten Viertklässer mit exotischen Früchten, nachdem sie sich zuvor mit der Bedeutung des Regenwaldes beschäftigt hatten. Denn in der südlichen Erdhalbkugel werden tagtäglich Waldflächen in Größe von 35 Fußballplätzen abgeholzt – Wälder, die als „grüne Lunge“ unseres Planeten von elementarer Bedeutung sind. Erstklässer beschäftigten sich unter einem anderen Aspekt mit dem Regenwald. Hierbei ging es mehr um die tierischen Bewohner dieses Gebietes, die teilweise wegen der Vernichtung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht sind. Neben naturkundlichen Filmen kam auch das Vergnügen mit einem Ausflug in den Karlsruher Zoo und Rudyard Kiplings Klassiker „Das Dschungelbuch“ nicht zu kurz. Vier Tage beschäftigten sich zwei Projektgruppen ganz intensiv mit allem, was die hier bekannten Arten von Schnecken anbetrifft, während sich drei Gruppen aus den zweiten Klassen die Wildbiene und ihr Lebensraum zum Thema auswählten. So wurde – wie in den meisten anderen Projektgruppen auch – ein themenbezogenes Büchlein erstellt. Ein Imker stellte seine Arbeit anschaulich dar. Dass dabei Schüler in seinen Schutzanzug schlüpfen durften, war die besondere Attraktion. Aus Bienenwachs drehten die Kinder Kerzen. Liebevoll gestaltete Kerzenhalter aus Holzwäscheklammern mit Bienenmotiven boten sich als Dekor an. Das wertvollste Produkt der Biene wurde zum Herstellen von leckerem Naschwerk wie Honigwaffeln und Müsliriegeln reichlich verwendet und mundete den kleinen „Leckermäulchen“ ganz vortrefflich. Diese gemeinsam hergestellten Honigprodukte konnten samstags ausprobiert werden. Den meisten Kindern bereiteten diese Projekttage, in denen sie nicht nur viel Nützliches über Wald, Wiesen und ihre Bewohner erfuhren, sondern vor allem Vieles selbst herstellen und mit allen Sinnen auch erleben konnten, viel Abwechslung und Freude; die Lehrer freuten sich ebenfalls über die gute Resonanz vonseiten der Kinder. Zu danken hat die Schule den Eltern, die bei den einzelnen Projekten mitgeholfen haben, den Experten wie dem Imker, den Mitarbeitern vom NABU und dem Vorsitzenden des hiesigen Vogelschutzvereins für seine fachkundige Führung durch den „Bornpfuhl“. Für die Bewirtung der zahlreichen Gäste anlässlich der Projektpräsentationen zeichneten der Schulelternbeirat und der Förderverein verantwortlich. Beiden Gremien gebührt für ihre tatkräftige Unterstützung großes Lob. Lehrerschaft und Schulleitung haben dem engagierten und effektiv arbeitenden Steuerungsteam, dem die Lehrerinnen Klemm, Landgraf, Satzinger, Schmidt, Schwabenland und Seelinger angehörten, für die reibungslose Organisation zu danken. Es wäre wünschenswert, wenn den Grundschülern nicht nur im „Jahr der Wälder“ die nachhaltige Bedeutung von Wald und Wiesen für Artenvielfalt und Klimaschutz im Gedächtnis verankert bliebe und sich möglichst viele für die Belange unserer Umwelt einsetzten.